Was ist ein Tarp? Definition, Formen & Funktion einfach erklärt
Ein Tarp ist der effizienteste Weg, um dein Rucksackgewicht drastisch zu senken, ohne auf verlässlichen Wetterschutz zu verzichten. Wer das Prinzip einmal verstanden hat, spart auf Anhieb zwischen 500 und 1.000 Gramm im Baseweight.
Ein Tarp (abgeleitet vom englischen Tarpaulin) ist ein minimalistisches, wasserdichtes Schutzdach aus extrem leichten Kunststoffen. Im Gegensatz zum klassischen Doppelwandzelt verzichtet es komplett auf ein fest integriertes Gestänge, eine feste Bodenwanne und eine geschlossene Innenkabine. Es bildet eine flexible Barriere gegen Regen, Wind und Sonne, die mit Trekkingstöcken oder an Bäumen aufgespannt wird. Tarps werden je nach Gegebenheit mit anderer Outdoor-Ausrüstung kombiniert - etwa einem Moskitonetz oder einer Nässeschutzplane.
Warum steigen immer mehr Wanderer vom Zelt auf ein Tarp um?
Der Wechsel vom geschlossenen Zelt zum offenen Schutzdach erfordert am Anfang etwas Eingewöhnung. Wer jedoch einmal mit einem spürbar leichteren Rucksack unterwegs war, möchte den Komfort auf dem Trail meist nicht mehr missen.
1. Radikale Gewichtseinsparung
Ein herkömmliches Ein-Personen-Zelt ist schwer. Ein ultraleichtes Flat Tarp bringt hingegen oft nur 180 bis 300 Gramm auf die Waage. Selbst inklusive Heringe, Abspannleinen und einer leichten Bodenplane bleibt das Gesamtsystem meist deutlich unter der 500-Gramm-Marke.
2. Maximales Raumgefühl und Naturverbundenheit
Im Zelt bist du von Wänden aus Nylon eingesperrt. Unter einem Schutzdach genießt du einen unversperrten 360-Grad-Blick auf die Natur, während du trocken im Schlafsack liegst. Zudem entsteht durch die kontinuierliche Luftzirkulation weniger Kondenswasser als in kleinen geschlossenen Trekkingzelten.
3. Flexibilität bei der Platzwahl
Da ein Tarp kein starres Gestänge besitzt, lässt es sich selbst auf unebenem Terrain, zwischen dichten Bäumen oder auf ungleichen Böden problemlos abspannen, wo ein großes Zelt keinen Platz mehr fände.

Aus welchen Materialien bestehen moderne Tarps?
Die Wahl des Stoffs entscheidet über Reißfestigkeit, Gewicht und den Preis deines Equipments:
Silnylon (Silikon-beschichtetes Nylon): Der bewährte Allrounder. Extrem reißfest, hochflexibel und preiswert. Es dehnt sich bei Nässe leicht aus, weshalb man zwischen Abspannpunkte und Leinen elastische Kordeln platzieren sollte.
Silpoly (Silikon-beschichtetes Polyester): Nimmt im Vergleich zu Nylon kaum Wasser auf, sackt bei Regen nicht durch und trocknet extrem schnell. Silpoly ist bei gleicher Materialstärke etwas schwerer als Silnylon.
DCF (Dyneema Composite Fabric / Cuben Fiber): Das Highend-Material im UL-Bereich. Es ist absolut wasserdicht, wiegt fast nichts und dehnt sich unter Nässe überhaupt nicht aus. Die Nachteile sind der extrem hohe Preis und die Halbtransparenz/Farbe des Materials
Welches Zubehör benötigst du für ein vollständiges Tarp-System?
Da ein Tarp als reine Plane geliefert wird, stellst du dir dein Setup modular zusammen. Das macht das System so vielseitig:
Aufstellstangen: Nutze herumliegendes Holz oder deine ohnehin mitgeführten Trekkingstöcke als Gestänge (Multi-Use-Prinzip).
Heringe: 6 bis 8 Heringe reichen für einen Tarp-Aufbau.
Bodenplane (Groundsheet): Eine dünne Folie (z. B. Tyvek oder Polycryo) schützt Isomatte und Schlafsack vor Nässe, Schmutz und Steinen.

Welche Tarp-Formen gibt es?
Je nach Einsatzzweck unterscheidet man im Wesentlichen zwei Bauarten:
Flat Tarp (Rechteckig oder Quadratisch)
Das flache Tarp ist die vielseitigste Form. Mit seinen zahlreichen Abspannpunkten lässt es sich je nach Wetterlage als A-Frame (klassisches Satteldach), Lean-To (Anlehndach als Windschutz) oder Diamond-Tarp aufbauen.
Form-Tarp / Mid-Tarp
Diese Modelle sind aerodynamisch zugeschnitten. Sie bieten exzellenten Windschutz, verringern das Zugluft-Risiko, schränken aber die Flexibilität beim Aufbau etwas ein.
In meinem Praxistest haben sich die FLAME'S CREED Tarps als die stärksten Preis-Leistungs-Sieger für Einsteiger herausgestellt, um ohne hohes Budget im Ultraleicht-Bereich durchzustarten.
Tarp | 2 x 3 Meter | Silikonisiertes Nylon
2m x 3m Tarp
Tarp | 3 x 3 Meter | Silikonisiertes Nylon
3m x 3m Tarp
Tarp | 5-Seiten UL-Tarp (TrailStar-Style Shelter) | Silikonisiertes Nylon
Fünfeckiges Tarp
Häufige Fragen zu Tarps (FAQ)
Ist ein Tarp absolut wasserdicht?
Ja. Hochwertige Outdoor-Tarps besitzen Beschichtungen mit einer Wassersäule von 1.500 mm bis über 5.000 mm. Sie halten selbst langanhaltendem Starkregen zuverlässig stand. Ab einer Größe von etwa 3 x 3 Metern kann ein Tarp als geschlossenes Schutzdach aufgebaut werden, das auch an den Seiten zuverlässig vor Regen schützt.
Was mache ich gegen Mücken unter dem Tarp?
Für Touren in insektenreichen Gebieten kombiniert man das Tarp mit einem leichten Mesh-Innenzelt (Bug-Bivy) oder einem Moskitonetz. So bleibt das System modular und du baust das Mückennetz nur dann auf, wenn du es auch wirklich brauchst.
Häufige Fragen & Antworten
Ein Tarp ist ein ultraleichte, wasserdichte Plane, die als Schutzdach dient. Im Outdoor- und Trekking-Bereich dient es als minimalistische, hochflexible Alternative oder Ergänzung zum klassischen Zelt, um vor Regen, Wind und Sonne zu schützen.
Ein Tarp bietet im Vergleich zum Zelt ein extrem geringes Gewicht, ein minimales Packmaß und maximale Verbundenheit zur Natur. Es lässt sich flexibel aufbauen, staut keine Hitze, ist günstiger in der Anschaffung und erlaubt durch das offene - schlichte Design das Schlafen direkt unter freiem Himmel.
Tarps gibt es in verschiedenen größen. Ein minimalistisches Tarp für eine Person misst 2 x 3 Meter. Ein 3 x 3 Meter großes Tarp bietet mehr Möglichkeiten beim Aufbau. Noch größere Tarps eignen sich für Gruppen und Hängematten-Shelter mit Türen.
Tarps bieten Schutz vor Wind und Wetter. Sie werden oft in Kombination mit anderer Outdoor-Ausrüstung verwendet, wie etwa einer Bodenplane und einem Moskitonetz.
Ein Tarp ist ein Schutzdach gegen Witterungseinflüsse (Regen, Sonne, Wind).
Meist Silnylon (silikonisiertes Nylon), Silpoly (silikonisiertes Polyester) oder DCF (Dyneema Composite Fabric).
Das Wort Tarp ist die Kurzform des englischen Begriffs Tarpaulin, was übersetzt „Teerplane“ oder schlicht „imprägnierte Plane“ bedeutet. Im modernen Sprachgebrauch bezeichnet es spezifisch ultraleichte Outdoor-Schutzdächer.
Ja, Outdoor-Tarps sind durch Silikon- oder PU-Beschichtungen sowie die Verwendung wasserdichter Kunststoffe (wie DCF) vollständig wasserdicht. Sie besitzen meist eine Wassersäule von 1.500 mm bis 10.000 mm.
Ein reines Tarp bietet keinen Schutz vor Mücken oder Krabbeltieren, da es zum Boden hin offen ist. Für Insektenschutz wird das Tarp mit einem leichten Innenzelt aus Netzgewebe (Bug Bivy oder Inner Tent) kombiniert.
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